Stopp der Stadtentwicklung ist kein Umweltschutz

20. April 2018 | Von | Kategorie: Konstanz, Wohnungspolitik

“Wer abstrakt über die Grenzen des Wachstums spricht, sollte konkret sagen, welche Bevölkerungsgruppen auf Dauer nichts mehr in der  Stadt Konstanz zu suchen haben: Busfahrerinnen? Krankenspfleger? Feuerwehrleute? Studierende? Flüchtlinge?“, sagte der Vorsitzende des Mieterbunds Bodensee zur Stellungnahme der Konstanzer Ortsgruppe des Bunds für Umwelt und Naturschutzes gegen den geplanten neuen Stadtteil nördlich des Hafner in Wollmatingen. Der Umweltverband wolle alle neuen Baugebiete in der Stadt verhindern und zeige so sein wahres Gesicht, so Weber. Doch ohne neues Bauland gebe es keine neuen Wohnungen. Die Möglichkeiten, innerhalb der bestehenden Bebauung neue Flächen für den Wohnungsbau zu entwickeln, seien in den vergangenen Jahren weitgehend ausgeschöpft worden.

Über viele Jahre hinweg seien in Konstanz zu wenige Mietwohnungen gebaut worden so Weber. Die Folge davon seien die außergewöhnlich hohen Miet- und Immobilienpreise in der Universitätsstadt. Die Konstanzer Mieten seien mittlerweile höher als in Frankfurt. Wer wie die vermeintliche Umweltschutzorganisation kategorisch allen Wohnungsneubau ablehne, nehme weiter steigende Mieten in Kauf. Die sozialen Folgen davon seien verheerend: Menschen mit normalen Einkommen werden nach und nach aus der Stadt verdrängt. Studieren gehe in Konstanz demnächst nur noch mit richtig reichen Eltern.

In sämtlichen neuen Baugebieten mache die Stadt Vorgaben für flächen- und energiesparendes Bauen und plane nach dem Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“. Wer jedoch den Wohnungsbau in Konstanz beenden wolle, weil die Stadt voll sei, sorge für mehr Flächenverbrauch im Hegau und für eine Verschärfung der Konstanzer Verkehrsprobleme, ergänzte Mieterbund-Vorstandsmitglied Winfried Kropp. Der Stopp der Stadtentwicklung stelle somit keinen Umweltschutz dar.

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2 Kommentare auf "Stopp der Stadtentwicklung ist kein Umweltschutz"

  1. M.Harder sagt:

    Grüß Gott liebe BUNDnerInnen
    Herzlichen Dank für den Einsatz für Land und Natur. Na der Herr Weber will uns wohl weismachen,daß Konstanz noch mehr Studierende braucht? Daß er bei 100 000 Bürgern nicht viel mehr Geld in die Großstadt kommt? Sind die Baugenehmigungen rechtens? Was genau steckt dahinter,wenn Jemand in der Konstanzer Chefetage ohne Familie und ohne Kinder überall Baufahrzeuge die Natur zerstören läßt? Kriegt Konstanz eigentlich all die Müllhinterlassenschaften seiner Stadt auf die Reihe? Schon mal hinterfragt,wie es aussieht,wenn 25 000 neue Bürger auch alle durch Wollmatingen usw. in die Stadt wollen? Die Staus werden jetzt schon von Jugendlichen bearbeitet, Abgas liegt schwer im Sommer über der Stadt. Jedem Konstanzer,jeder Konstanzerin werde bewußt,was solche Baugenehmigungen in Wirklichkeit für Lawinen sind für eine Insel ! Alle,die in Gebet ,Meditation und Vorstellungskraft geübt sind sind,bitte ich herzlich,die schöne Stadt Konstanz mental zu retten,denn Bürgermeister gehen wieder und hinterlassen alles den Kindern.Verbaute gute Erholungsgebiete….Menschen,es ist an uns jetzt.Lieber ehrenhaft fallen als nichts zu tun.Danke und Gottes Segen,M.Harder

    • Winfried Kropp sagt:

      Sie reden von Kindern. Aha. Wissen Sie, warum Familien mit Kindern aus der Stadt wegziehen müssen? Weil sie nichts finden, wenn die Familie größer wird. Krankenhaus, Pflegeheime, Handwerker können offene Stellen nicht mehr besetzen, weil die neuen Mitarbeiter keine Wohnungen finden. Wer in der komfortablen Eigentumswohnung lebt, kann sich leicht einen Zuzugsstopp für Konstanz wünschen. Sie verschärfen damit unser größtes soziales Problem.