Befragung für Mietspiegel hat begonnen

3. Januar 2020 | Von | Kategorie: Aktuell, Konstanz

Die Stadt Konstanz und die Gemeinden Allensbach und Reichenau erstellen ab Mitte Dezember 2019 zusammen mit dem EMA-Institut für empirische Marktanalysen einen gemeinsamen Mietspiegel. Dieser wird den Mietspiegel Konstanz 2017 mit aktuellen Zahlen ersetzen und zum ersten mal auch einen Überblick über den Mietmarkt der Gemeinden Allensbach und Reichenau bieten. Das Gemeinschaftsprojekt, das vom Land Baden-Württemberg gefördert wird, trägt wesentlich zur Rechtssicherheit bei der Mietpreisfestlegung auf dem Wohnungsmarkt bei.
Für die repräsentative Erhebung, die bis Ende Januar 2020 stattfindet, ist der Rücklauf von mindestens ca. 1.200 ausgefüllten Fragebögen erforderlich.

Der Mietspiegel 2020 wird komplett neu erstellt. Grundlage für den Mietspiegel sind die Daten aus der Befragung von Hauhalten der Stadt Konstanz und der Gemeinden Allensbach und Reichenau. Für diese Befragungen wurden 15.000 Haushalte zufällig aus den jeweiligen Einwohnermeldedateien gezogen. Die so ausgewählten Mieter erhalten einen Brief mit den Fragebögen und einem Informationsschreiben zugesandt.

Der Vorsitzende des Mieterbunds Bodensee e.V., Herbert Weber, ruft alle Mieter auf, an der Befragng teilzunehmen. Erstmals werden für die Mietspiegel alle Mietverhältnisse berücksichtigt, die in den letzten sechs Jahren neu abgeschlossen wurden oder bei denen die Miete in dieser Zeit erhöht wurde. Die so ermittelte ortsübliche Vergleichsmiete wird ein realistischeres Bild des Wohnungsmarkts abgeben, ist sich Herbert Weber sicher.

Die Fragebögen können online ausgefüllt oder per Post an das EMA-Institut zurück gesendet werden. Die hierfür erforderlichen Zugangsdaten sind im Begleitschreiben enthalten. Ferner ist ein Freiumschlag zur Rücksendung beigefügt.

Für eine repräsentative Befragung sind über 1.200 komplett ausgefüllte Hauptfragebögen erforderlich. „Deshalb ist sehr wichtig, dass alle ausgewählten Mieter an der Befragung teilnehmen. Nur so können wir wieder einen Mietspiegel in der bisherigen Qualität den Bürgern zu Verfügung stellen“, erklärt Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn aus Konstanz.

Vierseitiger Fragebogen

Der Fragebogen umfasst vier Seiten und einen einseitigen Filterfragebogen. Abgefragt werden Mietspiegelrelevanz, Art des Gebäudes und der Wohnung, Größe, Ausstattung und Beschaffenheit der Wohnung sowie Modernisierung (einschließlich energetischer Modernisierung), Mietpreis und Betriebskosten, Wohnlage und Umfeld sowie ein paar allgemeine Angaben.

Die erfassten Daten aus den komplett ausgefüllten Fragebögen werden vom EMA-Institut anonym erfasst und ausgewertet, das auch einen Mietspiegel-Entwurf erarbeitet. Dieser Mietspiegelentwurf wird anschließend im Arbeitskreis Mietspiegel diskutiert werden, bevor er in der ersten Jahreshälfte 2020 den jeweiligen Gemeinderäten zur Beschlussfassung vorgelegt werden kann.

Konstanz hat seit 2002 einen Mietspiegel

Für den Bereich der Stadt Konstanz gibt es seit 2002 einen „qualifizierten Mietspiegel“. Über 20 Jahre hatte Herbert Weber politisch für einen Mietspiegel gekämpft, bis es endlich eine politische Mehrheit dafür gab. Die Gemeinden Allensbach und Reichenau haben bislang noch keinen Mietspiegel. Die Einführung eines gemeinsamen Mietspiegels für alle drei Gemeinden ist ein großer Fortschritt, sind sich Herbert Weber, Vorsitzender des Deutschen Mieterbund Bodensee e.V. und Thomas Daiger, Vorsitzender vom Verband der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Konstanz und Umgebung e.V., einig.

Der qualifizierte Mietspiegel ist ein unverzichtbares Instrument des Vergleichsmietensystems. Er wird aus einer großen Zahl von Daten erhoben, nach wissenschaftlichen Standards ausgewertet und gewährleistet somit eine hohe Objektivität und einen transparenten Überblick über die Situation auf dem Mietmarkt. Er bietet eine rasche Orientierung sowohl für Vermieter, als auch für Mieter und nützt somit beiden Vertrgsparteien.
Auch Bürgermeister Stefan Friedrich aus Allenbach ist sich mit seinem Amtskollegen der Gemeinde Reichenau, Dr. Wolfgang Zoll, einig: Der Mietspiegel wird auch in den beiden Gemeinden, in denen er neu eingeführt wird, dazu beitragen, ünnötigen Streit zwischen Vermietern und Mietern zu vermeiden und so einen wesentlichen Beitrag zum Gemeinwohl beitragen.

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