Wohnungsbau: “Nicht kleckern, sondern klotzen”

15. Oktober 2015 | Von | Kategorie: Aktuell

Der Wohnungmarkt in den Ballungsräumen und Universitätsstädten ist bereits heute sehr stark angespannt, sagte der Landesvorsitzende des Deutschen Mieterbund, Rolf Gassmann, auf dem Wohnungsgipfel des Landes. Auf Grund der hohen Zuwanderung werde sich die Wohnungssituation in vielen Städten des Landes dramatisch verschärfen. “Es droht eine Wohnungsnot.” Daher müsse Mietwohnungsbau schnell und effektiv gesteigert werden.

Der Deutsche Mieterbund Baden-Württemberg fordert den Bau von  mindestens 6.000 öffentlich geförderten, preisgünstigen Mietwohnungen pro Jahr. Dazu schlägt der Verband fünf wirksame Maßnahmen vor:

  • Zur raschen Belebung des sozialen Wohnungsbaus ist die massive Erhöhung der Fördermittel von zur Zeit 105 auf 314 Mio. Euro pro Jahr notwendig.
  • Die Kommunen müssen ausreichend Bauland zu günstigen Konditionen ausweisen.
  • Ein einheitliches Landeswohnraumförderprogramm für alle Bedarfsgruppen.
  • Die Förderkonditionen müssen für die Wohnungsunternehmen flexibel sein und stabile und ausgewogene Sozialstrukturen in den Wohnquartieren gewährleisten.
  • Ein breites Landesbündnis für Wohnen muss die notwendigen Wohnbauziele setzen, koordinieren und evaluieren. Der Wohnbaugipfel darf keine Eintagsfliege sein.

In einer gemeinsamen Erklärung „Gegen die neue Wohnungsnot“ haben die Verbände Städtetag Baden-Württemberg, vbw, kowo, BFW, Architektenkammer Baden-Württemberg, vdk und Deutscher Mieterbund Baden-Württemberg weitere Lösungsmöglichkeiten für eine bessere Wohnraumversong erarbeitet.

„Das Wohnungsproblem ist lösbar. In einer ähnlich dramatischen Zuwanderungssituation zu Beginn der 90er Jahre wurde in Baden-Württemberg der Neubau von 15.000 Mietwohnungen jährlich gefördert. Nur wenn jetzt ähnliche Anstrengungen im Wohnungsbau unternommen werden, dann schaffen wir das,” sagte Rolf Gassmann.

 

„Als extrem unsozial und ein Affront gegenüber den Mietern des Landes“  kritisiert der Deutsche Mieterbund die Vorschläge der Landtags-CDU zur Aussetzung von  Mietpreisbremse und Kappungsgrenze. Gerade weil  wegen neuer Wohnungsnot die Mieten im Lande explodieren, sei der verbesserte Mieterschutz dringend geboten. Die Abschaffung von Mietpreisbremse und Kappungsgrenze bewirke nur, dass Profiteure des Wohnungsmangels den Mietern  ungehindert in die Taschen greifen werden. Auch die von der CDU geforderte Abschaffung des Zweckentfremdungsverbots sei angesichts tausender leer stehender Wohnungen das völlig falsche Signal an die Hauseigentümer. „Es kann nicht richtig sein, dass  Turnhallen zu Notunterkünfte umgewidmet  werden müssen, während gleichzeitig allein in Stuttgart 11.400 Wohnungen leer stehen“, so Gaßmann.

 

weitere Nachrichten zu

Mehr in Aktuell

Schlagworte: ,

Kommentare sind geschlossen