Viele Beratungen, hohe Mieten

28. Juni 2016 | Von | Kategorie: Aktuell, Konstanz, Radolfzell, Singen

5138 Beratungsgespräche führte der  Mieterbund Bodensee im Jahr 2015 durch. „Noch nie haben so viele Menschen die Unterstützung des Mieterbunds gesucht,“ berichtete der Vereinsvorsitzende Herbert Weber auf der Delegiertenversammlung des Verbandes. Damit übertraf die Beratungstätigkeit des Verbands den Rekordwert des Vorjahres. Mieter suchen vor allem wegen unklarer oder fehlerhafter Nebenkostenabrechnungen die Hilfe des Mietervereins. Doch: „Immer mehr Menschen bitten uns um Hilfe, weil ihnen eine höhere Miete droht,“ berichtet Weber.

Daher sei die Beratungsstatistik des Mieterbunds auch ein Abbild des Wohnungsmarkts in den Städten rund um den Bodensee, so Weber. Einer steigenden Wohnungsnachfrage stehe nur ein unzureichendes Angebot gegenüber: Dies lasse die Mieten geradezu explodieren. Vor allem für Menschen mit niedrigen Einkommen oder für Familien mit  Kindern werde es  zunehmend schwerer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Die Städte und Gemeinden wären gefordert, mit sozialem Wohnungsbau gegenzusteuern. Doch nur in Konstanz engagiere sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft WOBAK in diesem Marktsegment. „In Singen und Radolfzell passiert eindeutig zu wenig.“ so Weber.

Mietrechtliche Schutzvorschriften seien unersetzlich: So gelte in den größeren Städten im Kreis die Mietpreisbremse, die bei Neuvermietungen den Preisanstieg dämpfen könne. Die Mietpreisbremse wirke indes nur, wenn sie mit Hilfe eines Mietspiegels überprüft werden könne. Doch dies sei weder in Singen noch in Radolfzell möglich, kritisierte Weber. Mieter würden dadurch von den genannten Städten gegenüber Eigentümern benachteiligt. Eine Marktübersicht über die Immobilienpreise gebe es sehr wohl.

Immer wichtiger werde die Funktion des Mieterbunds als Marktwächter, sagte Weber. Der Verband setze sich derzeit mit einigen Wohnungsvermittlern auseinander, die sich nicht an das geltende Bestellerprinzip halten wollen und von Wohnungssuchenden unrechtmäßig Maklerprovisionen erhalten haben. In einigen Fällen war der Mieterbund Bodensee bereits im Interesse seiner Mitglieder erfolgreich. Die Mieter haben ihr Geld zurück erhalten. Doch zwei Makler erweisen sich bis zuletzt als uneinsichtig. Diese Fälle landen nun vor Gericht.

Der Mieterbund Bodensee weitet seine Informationsarbeit in den  sozialen Medien Facebook und Twitter aus, berichtete das für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Vorstandsmitglied Winfried Kropp. In Vorbereitung sei zudem ein attraktiv gestalteter Newsletter für  Mitglieder und Interessierte. Dem Verband gehörten zum Ende des letzten Geschäftsjahrs über 7000 Mitgliedern aus den Landkreisen Konstanz und dem westlichen Bodenseekreis an. Er verzeichnet bereits das achte Jahr in Folge steigende Mitgliederzahlen.

Die Vortragsfolien zur Delegiertenversammlung veröffentlichen wir hier:

Mieterbund Bodensee: Delegiertenversammlung 2016 von Mieterbund Bodensee

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