Mitmachen bei Mietspiegel-Umfrage

4. Februar 2017 | Von | Kategorie: Aktuell, Konstanz, Mietspiegel

5000 Konstanzer Mieterhaushalte finden in den nächsten Tagen einen Fragebogen im Briefkasten. Empfänger werden gebeten, sich an einer Befragung zur Miethöhe zu beteiligen. Die Antworten dienen dazu, den Mietspiegel der Stadt fortzuschreiben. “Ein guter Mietspiegel liegt im Interesse aller Mieter,” sagt der Mieterbund-Vorsitzende Herbert Weber. ” Alle Mieter sollten daher den Fragebogen zurückschicken.

Denn ein Mietspiegel hilft,  unbegründete Mieterhöhungen abzuwenden.

Was ist ein Mietspiegel?

Ein Mietspiegel ist eine öffentliche Übersicht, welche Miete in einer Stadt für Wohnungen üblicherweise bezahlt werden müssen. Kriterien sind

  • die Größe,
  • das Baujahr,
  • die Lage,
  • die Ausstattung und die
  • die Beschaffenheit

der Wohung.

Rechtlich wird der Mietspiegel relevant, wenn es um eine Mieterhöhung geht. Denn ein qualifizierter Mietspiegel gilt als das vorrangige Mittel, um eine solche Preisforderung zu begründen. “Wir haben jahrelang für einen Mietspiegel gekämpft, weil er für  Mieter und Vermieter Rechtssicherheit gibt”, sagt Weber. Ohne qualifizierten Mietspiegel könnten Vermieter auf drei Vergleichswohnungen zurückgreifen. “Diese waren oft sehr teuer und alles andere als vergleichbar,” berichtet  Weber aus der Zeit ohne Mietspiegel.

Daten werden alle zwei Jahre fortgeschrieben

Ein qualifizierter Mietspiegel muss aktuell sein. Daher werden die Daten alle zwei Jahre fortgeschrieben. Alle vier  Jahre wird der  Mietspiegel sogar komplett neu erstellt. Die Datenerhebung hat allerdings auch Nachteile. Es werden nur Mietverträge berücksichtigt, die in den letzten vier Jahren neu abgeschlossen wurden oder wenn die Miete in dieser  Zeit angepasst wurde. Damit bildet der Mietspiegel nie die akutellen, derzeit überhöhten Marktpreise ab, sondern folgt ihnen nur mit Verzögerung. Weil langandauernde Mietverhältnisse nicht berücksichtigt werden, entsteht eine Verzerrung. “Der Deutsche Mieterbund fordert daher, alle Mietverträge der letzten zehn Jahre in den Mietspiegel aufzunehmen,” sagt Mieterbund-Bodensee-Pressesprecher Winfried Kropp.

Repräsentative Befragung, solide Statistik

Die 5000 Mieterhaushalte wurden zufällig aus der Statistik des Einwohnermeldeamts gezogen. Aus der Stichprobe wurden zunächst potentielle Wohnungseigentümer entfernt. Ebenso nicht dabei sind Mieter, die in einer Sozialwohnung leben. Weil der Bau dieser Wohnungen mit  öffentlichen Mittel subventioniert wurde, dürfen diese Mieten nicht in den Mietspiegel eingerechnet werden. Aus den Daten errechnet das “EMA-Institut für empirsche Marktanalysen” aus Regensburg den Mietspiegel. Bernhard Schmid, der Leiter des Instituts, erstellt den Konstanzer  Mietspiegel bereits von Anfang an. Das EMA-Institut steht für hohe Datenqualität und eine fundierte Statistik.

Fragebogen bis März abgeben

Damit alle Antworten  in die Auswertung eingehen können, sollen Mieter den Fragebogen bis Anfang März zurückschicken. Dies können sie dieses  Jahr erstmals online tun. Dem Anschreiben liegt ein Zugangs-Code bei. Wer lieber auf Papier antwortet, kann den Fragebogen portofrei an das EMA-Institut schicken. Der Fragebogen umfasst zwei Seiten. Erfragt werden allgemeine Angaben zur Wohnung um zum Termin der letzten Mieterhöhung. Außerdem geht es um konkrete Merkmale der Wohnung. Nur vollständig ausgefüllte Fragebögen können ausgewertet werden. Die Auswertung erfolgt anonym. Die Mietspiegeldaten an niemanden weitergegeben.

Arbeitskreis Mietspiegel

Der Fragebogen und die Auswertung werden vom Arbeitskreis  Mietspiegel begleitet. Dort arbeiten Vertreter der Stadtverwaltung, des Mieterbunds, der Vermieterorganisation Haus & Grund und des Amtsgerichts Konstanz mit. Vertreter des  Deutschen Mieterbunds Bodensee sind Herbert Weber und Winfried Kropp.

fortgeschriebener Mietspiegel erscheint Mitte 2017

Aufgrund der Umfrage-Ergebnisse errechnet das EMA-Instituts im März einen Mietspiegel-Entwurf. Dieser wird im Arbeitskreis Mietspiegel kritisch diskutiert. Wenn die Verbände ihre Zustimmung signalisieren, ist der  Gemeinderat der Stadt Konstanz am Zug. Er ist dafür zuständig, den Mietspiegel mit einem Beschluss anzuerkennen. Damit gilt er als “qualifiziert”. Es ist geplant, den Mietspiegel im Juli 2017  zu beraten. Er tritt im Anschluss an die Sitzung in Kraft, wenn die Daten veröffentlicht und allgemein zugänglich sind.

Mietspiegel gedruckt und online

Der Mietspiegel wird als Broschüre veröffentlicht. Außerdem gibt es einen Online-Mietspiegel, mit dem sich Mieterhöhungen einfach nachrechen lassen. Mitglieder des  Mieterbunds Bodensee erhalten die Mietspiegel-Broschüre kostenlos in der Hauptgeschäftsstelle am Zähringerplatz.

 

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