Konstanzer SPD schlägt neuen Stadtteil vor

12. November 2015 | Von | Kategorie: Aktuell, Konstanz

Die Konstanzer Sozialdemokraten wollen einen neuen Stadtteil bauen. Stadtrat Herbert Weber, der auch Vorsitzender des Mieterbunds Bodensee ist, und der Fraktionsvorsitzende Dr. Jürgen Ruff stellten ihren Vorstoss gegenüber den Medien vor. Nur mit einem großen Entwicklungsprojekt könne die Stadt Konstanz ausreichend Wohnungen für eine wachsende Nachfrage zur Verfügung stellen. Die SPD hat beantragt, das Thema im Gemeinderat zu diskutieren.

5300 Wohnungen sollen in den nächsten Jahren in der Stadt Konstanz entstehen. Während 2013 und 2014 zahlreiche neue Wohnungen entstanden, drohe schon bald ein Stillstand in der Bautätigkeit. Dies liegt daran, dass sich die Entwicklung der möglichen Wohnbauflächen stark verzögere. Neben dem aktuellen Projekt in der Wollmatinger Straße, dem ehemaligen Autohaus Graf Hardenberg, gebe es derzeit keine Grundstücke, die unmittelbar entwickelt werden können. Die Bauprojekte am Döbele und auf dem Gelände des Vincentius-Krankenhauses werden frühestens 2018 bebaubar werden. Die Hoffnungen auf ein Baugebiet in Wollmatingen  nördlich des Hafner werden sich so schnell nicht erfüllen, sagt Herbert Weber. Denn die Grundstückseigentümer wollen derzeit nicht verkaufen.

Ausgangspunkt der SPD-Vorschlags war ein Einwurf des Oberbürgermeisters Uli Burchardt in einer Gremiensitzung, als er erwähnte, man müsse Stadtwald roden. Während die Verwaltungsspitze untätig bliebt, ergriff Herbert Weber die Initiative und suchte nach Möglichkeiten. Nach Vorstellungen der SPD kommt eine Fläche östlich der Geschwister-Scholl-Schule zwischen der Universitätsstraße und dem Sonnentauweg für den neuen Stadtteil in Frage. Östliche Grenze für das Baugebiet wäre die Hochspannungstrasse zwischen der Universitätsstraße und dem Pfeiferhölzle.

Das Gelände hat mehrere Vorteile: Es gehöre vollständig der Stadt Konstanz und sei relativ leicht zu erschließen, weil es an die bestehende Siedlung angrenze. Infrastruktur wie Kindertagesstätten und Schulen seien in der Nähe bereits vorhanden. Dem Wohnungsbau müsse leider eine Waldfläche weichen, allerdings stehe das Gebiet weder unter Natur- noch Landschaftsschutz. Für die umweltpolitisch engagierten SPD-Fraktionschef Dr. Jürgen Ruff war die Zustimmung zum Vorschlag keine leichte Entscheidung. Letztlich gab der Aspekt, dass Umweltpolitik dem Menschen dienen müsse, für ihn den Ausschlag. Wenn Konstanz nicht zur “Stadt für die Reichen” werden solle, brauche es Baugebiete, in denen sozialer Wohnungsbau entstehen könne.

Insgesamt ist das Gebiet 250.000 Quadratmeter groß. Nach einer überschlägigen Rechnung Herbert Webers können dort 800 bis 1000 Wohnungen entstehen. Die Bebauung soll durchmischt sein, fordern die Sozialdemokraten. Sozialwohnungen, Wohnraum für Flüchtlinge soll ebenfalls Platz finden wie Reihenhäuser, die als Wohneigentum verkauft werden sollen. “Nur die eine gute Mischung der Bevölkerungsstruktur sichert eine stabile Nachbarschaft im neuen Stadtteil,” ist Herbert Weber überzeugt.

Nach der Gemeindeordnung muss der Oberbürgermeister den SPD-Antrag im spätestens im Januar auf die Tagesordnung setzen. Dieser soll einen städtebaulichen Wettbewerb ausloben, der noch 2016 abgeschlossen werden könnte. Bis die ersten Familien in die neuen Wohnungen einziehen können, würden dann noch zwei bis drei Jahre vergehen.

Der Vorstand des Mieterbunds Bodensee unterstützt den Vorschlag und fordert die Konstanzer Gemeinderat auf, so schnell wie möglich die Weichen für mehr Wohnungen zu stellen.

 

 

 

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