Auf zum Alternativen Wohngipfel

14. September 2018 | Von | Kategorie: Aktuell

Der Mieterbund Bodensee unterstützt den Aufruf zum Alternativen Wohngipfel in am 20. und 21. September in Berlin. Der Gipfel ist eine Gegenveranstaltung zum Wohngipfel, zu dem der für Wohnungsbau zuständige Bundesinnenminister Horst Seehofer nächste Woche Bauwirtschaft und Verbände einlädt. Sowohl der Teilnehmerkreis dieser Runde als auch das bisherige Handeln der Regierung lassen keine nennenswerten Ergebnisse für Mieter und Wohnungssuchende erwarten, befürchten der Deutsche Mieterbund, der zusammen mit dem Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), dem Paritätischen Gesamtverband, dem Sozialverband VdK, der BAG Wohnungslosenhilfe und dem Bündnis #Mietenwahnsinnruft den „Wohngipfel von unten“ organisiert.

Auf zahlreichen Workshops und Foren diskutiert der Alternative Wohngipfel, wie in Deutschland mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen kann und wo Miet- und Baurecht verändert werden müssen. Winfried Kropp, Vorstandsmitglied des Mieterbunds Bodensee wirkt als Experte im Forum „Betongold – Wohnungsspekulation beenden“ mit. Dort diskutieren Vertreter der Mietervereine und der betroffenen Mieter, wie große Immobilien- und Wohnungskonzerne besser kontrolliert und zu „sozial verträglichem Verhalten“ bewegt werden können. Auf dem Podium ist auch Corina Jäger von der Konstanzer Mieterinitiative Schwaketenstraße vertreten.

„Wir werden analysieren, wie Konzerne wie Vonovia Profite auf Kosten ihrer Mieter machen und diskutieren Vorschläge zur Kontrolle der Konzerne,“ beschreibt Kropp das Programm des Workshops. Eine Schlüsselrolle spiele dabei das Mietrecht. „Mieter brauchen wirksame Mitbestimmungsrechte, wenn sie schon die Kosten einer Modernisierung alleine bezahlen müssen,“ fordert er. Ohne wirksame Kostenkontrolle gebe es keinen Anreiz für wirtschaftlich vernünftiges Handeln, fasst er die Erfahrungen mit den Modernisierungen der Vonovia in der Schwakenstraße zusammen.

Im Aufruf zum Gipfel und zur Kundgebung fordern mittlerweile über 100 Unterstützergruppen eine Absenkung der jährlichen Modernisierungsumlage auf vier Prozent der Investitionssumme. Die Verbände fordern zudem eine Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus. Dabei seien höhere Zuschüsse alleine nicht ausreichend, nötig seien mehr kommunale und gemeinnützige Bauträger. Reformen in der Grundsteuer und im Bodenrecht sollen Wohnungs- und Grundstücksspekulation unterbinden.

Der alternative Wohngipfel findet am Donnerstag, den 20. September von 10 bis 18 Uhr im Umweltforum n Berlin statt, die Kundgebung beginnt am Freitag, den 21 September um 14 Uhr am Washingtonplatz vor dem Bundeskanzleramt. Mehr zum Alternativen Wohngipfel liefert das Internet-Angebot: http://www.mietenwahnsinn.info

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