Ab 2016 gibt es mehr Wohngeld

2. Juli 2015 | Von | Kategorie: Aktuell

Über 2000 Mieterhaushalte im Landkreis Konstanz erhalten ab dem 1. Januar 2016 mehr Wohngeld. “Die Entscheidung des Deutschen Bundestags war überfällig,” sagte Vorsitzende des Mieterbunds Bodensee, Herbert Weber, zum neuen Wohngeldgesetz, das der Deutsche Bundestag am 2. Juli beschlossen hat. „Viele Mieter erhalten ab nächstem Jahr erstmals bzw. einen deutlich höheren Zuschuss zu Ihren Wohnkosten als bisher,” begrüßte Weber die Entscheidung. (Bild: Thorben Wengert – pixelio.de) Denn trotz stark steigender Mieten sei die Zahl der Wohngeldempfänger im Kreis zurückgegangen. Dieser Effekt sei nur auf den ersten Blick paradox, so Weber. Denn das Wohngeld arbeite mit Höchstgrenzen bei der Miete, die berücksichtigt werden kann. Viele Mieter im Kreis zahlen aber höhere Mieten, so dass Mietsteigerungen nicht zu höherer Unterstützung geführt habe. Im Gegenteil: Steigende Einkommen hätten die Wohngeldansprüche sogar sinken lassen.

Weber bedauerte, dass die 2011 von CDU/CSU und FDP bei der letzten Wohngeldanpassung abgeschaffte Heizkostenkomponente nicht wieder eingeführt wurde. Auch die Einführung eines so genannten Klima-Wohngeldes ist bei dieser Wohngeldreform nicht realisiert worden. „Gut, dass in letzter Sekunde zumindest in das Gesetz aufgenommen wurde, dass die Höhe und die Wirkungen des Wohngeldes alle zwei Jahre überprüft werden müssen. Überprüfungen reichen aber nicht aus,” sagte Weber.  Der Mieterbund fordere daher eine automatische Anpassung der Leistung an die Mietpreisentwicklung.

Das Wohngeldgesetz ordnet die Städte und Gemeinden in Mietenstufen ein. So erhalte die Stadt Konstanz Mietenstufe 6, das ist der höchste vorgesehene Wert. Radolfzell wurde in die Stufe 4 eingeordnet, Singen und Engen dagegen nur in Stufe 3. In Stockach gilt die Mietenstufe 2. Diese Einordnungen hat Auswirkungen auf die Wohngeld-Berechnung. So werde bei einem Drei-Personenhaushalt in Konstanz eine maximale Miete bis zu 753 Euro berücksichtigt. In Radolfzell gelte für den gleichen Haushalt eine Obergrenze von 626 Euro. Für Singen und Engen beträgt der Höchstwert nur noch 563 Euro. In Engen und Stockach liegt die Obergrenze bei 506 Euro.

Wohngeldfähig sei die Kaltmiete sowie die sogenannten kalten Betriebskosten, wie z.B. Versicherungen oder die Grundsteuer. Die Höhe der Leistung hängt außerdem vom Haushaltseinkommen ab. Der Mieterbund Bodensee werde Mieter über die gesetzlichen Änderungen informieren, kündigte Herbert Weber an.

 

weitere Nachrichten zu

Mehr in Aktuell

Kommentare sind geschlossen